|
•
Aktuelles
•
Veranstaltungen
•
Archiv
•
Unsere Höfe
•
Beratung
•
Forschung
•
Verbände
•
Produktsuche
•
Gästebuch
•
Kontakt
•
Impressum
|
Bio boomt ...
und unsere Biobauern merken es nicht! Wie gibt´s denn so was? Bei genauerer
Betrachtung fällt nämlich auf, dass die zweistelligen Zuwachsraten bei
Biolebensmittel fast ausschließlich auf die Umsatzsteigerungen in den
Supermärkten und den Discountern zurückzuführen sind. Und diese decken ihren
Bedarf zum großen Teil im Ausland ein, was auch daran liegt, dass in Deutschland
zu wenig Bio erzeugt wird. Warum ist dem so?
Wieso bauen wir dann nicht einfach mehr Bio an? Dies gestaltet sich eben nicht
ganz so einfach; zum Einen haben in den letzten Jahren auch in unserer Region
sehr wenige konventionelle Bauern umgestellt. Wenn ein Landwirt seinen
Betriebserfolg hauptsächlich über die Quantität der Erzeugnisse definiert, ist
Bio für ihn ja erst einmal ein Rückschritt. Selbst wenn er sich zu einer
Umstellung bereit erklärt, dauert es ja noch 2 bis 3 Jahre bis seine Produkte
auch als „Bio“ auf dem Markt kommen.
Zum Anderen können die bestehenden Biobauern nicht einfach von heute auf morgen
größere Mengen erzeugen. Ein Biobauernhof ist ja ein möglichst geschlossener
Betriebskreislauf, d.h. dass ja z.B. alle nötigen Futtermittel und Düngemittel
auf dem eigenen Hof und Flächen erzeugt werden sollen. Es ist also nicht wie in
der konventionellen Landwirtschaft möglich, seine Produktivität durch
Futtermittel- und Düngerzukäufe zu steigern. Und gerade darin liegt ja eine der
großen Leistungen des Bioanbaus: dass die ganze Wertschöpfungskette vor Ort
beginnt und am Besten auch mit dem Verkauf der eigenen Produkte auch vor Ort
endet. Für die Verbraucher bietet sich durch den Einkauf beim Direktvermarkter
die Gelegenheit, sich wieder stärker einzubinden in den Jahresverlauf und das
landwirtschaftliche Leben überhaupt.
Hat man früher die Leistungen des Bioanbaus für die Allgemeinheit hauptsächlich
im Boden- und Wasserschutz gesehen, vielleicht noch in der Artenvielfalt von
Flora und Fauna, so kommt heute noch eine weitere bedeutende Leistung dazu: der
Bioanbau kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten!
Jedes Kilo wasserlöslichen Stickstoffs in der konventionellen Landwirtschaft
benötigt zur Herstellung 2 Liter Heizöl. Dazu kommt noch, dass dieser Stickstoff
im Boden noch bodengebundenen Kohlenstoff freisetzt und zudem auch noch das
hochklimagiftige Lachgas erzeugt. Dagegen ist es in der biologischen
Landwirtschaft möglich, durch konsequenten Bodenaufbau Kohlendioxyd in Form von
Humus im Boden zu binden. Dieses Potenzial ist so groß, dass man sagen kann,
hätte man in den letzten Jahrzehnten weltweit statt eines Humusabbaus einen
gleich großen Humusaufbau betrieben, hätten wir das ganze Problem des
Klimawandels wahrscheinlich nicht, zumindest nicht in diesem Ausmaß.
Geschrieben am 13.01.2009 von Neukamm
|
|